Ungarn Sommer 2019

Mit unseren Familien im Schlepptau und riesigen Rucksäcken auf dem Rücken standen wir am Bahnhof. Es ist immer wieder spannend, auf Großfahrt zu gehen – sich drei Wochen lang in einem völlig fremden Land zurecht zu finden ist schließlich eine gar nicht mal so kleine Herausforderung. Und dann auch noch einzig und allein mit Zelt, Rucksack und Karte & Kompass. Aber genau das ist das Reizvolle an solch einer Fahrt und gehört einfach zum Pfadfindern dazu.
Der Abschied brachte gemischte Emotionen mit sich, einen Hauch von Wehmut und ein seltsames Kribbeln in den Fingerspitzen und im Bauch, vor allem aber eine riesige Vorfreude auf die kommende Zeit.
Wir fuhren also vom Immenhäuser Bahnhof mit der Bahn nach Kassel. Von dort aus ging es weiter nach Bad Vilbel, von wo die Busse abfuhren. Nach vielen langen Stunden die wir mit Schlafen, Essen und Reden überbrückten erreichten wir endlich unser Ziel: Ungarn!
Was folgten waren 3 Wochen voller Abenteuer, neuer und alter Bekanntschaften, wertvoller Erfahrungen und…
Regen. Abwechselnd mit drückender Hitze.
Die ersten Tage verbrachten wir auf Annas Pferdehof im Dörflein namens Gömörszölös. Neben Pferden gab es dort gackernde Hühner, eine verspielte Hündin sowie einen bellenden Hund, und hin und wieder auch mal die ein oder andere Riesenspinne. Ein paar Pferdeweiden und Reitplätze und Ställe, direkt nebenan eine Wiese mit Pflaumenbäumen zwischen denen viele gemütliche Hängematten baumelten, in denen es sich super ausruhen ließ. Eine hübsche Scheune mit einer Art Terrasse, das Wohnhaus und die Sattelkammer, ein Künstlerraum, der mit Gemälden des Großvaters ausgestellt war. Um es zusammen zu fassen: es war einfach idyllisch.
Wir stutzten die Bäume, jäteten das Unkraut und richteten die Feuerstelle her, schließlich waren wir zum Helfen da. Trotzdem blieb auch sehr viel Zeit dafür, in den Hängematten oder auf der Wiese im Schatten zu liegen und das Wetter zu genießen, zumindest so lange es nicht regnete. Auch kulturell bekamen wir natürlich etwas zu sehen: bei einer kleinen Dorf Tour lernten wir Annas Opa kennen, der uns einiges aus seiner Jugend als Pfadfinder erzählte. Die Verständigung war gar nicht so einfach, zwar konnte unser Stadtführer als Dolmetscher dienen, jedoch nur von Ungarisch auf Englisch- so mussten wir hin und her übersetzen.

Nach ein paar Tagen war unser Projekt dann auch schon wieder vorüber und somit an der Zeit, aufzubrechen. Quer durch Wälder, Wiesen und Dörfer bahnten wir uns unseren Weg durch bis nach Eger. Unterwegs gab es viel zu sehen. Neben unberührter Natur besichtigten wir auch die Stadt Miscolc, besuchten das Höhlenschwimmbad dort und beobachteten die Eichhörnchen im Park. Wir aßen Langos und Eis, schrieben Postkarten und versuchten uns im Straßenmusizieren. Wir nächtigten unter einer Bummelbahn Haltestelle im Regen und machten ein paar Nächte Halt auf einem Campingplatz, da wir ein paar Krankheitsfälle im Schlepptau hatten. Das Highlight dort: die warmen Duschen und die Pfauen. Es gab Tage, in denen wir unsere Zeit zwischen Busfahrten und Höhlenbesichtigungen damit verbrachten, Toastähnliches Brot mit Scheiblettenkäse und Ketchup zu essen und vor Regen und Krankheit zu flüchten. Unsere Planung gestaltete sich also im Großen und Ganzen entspannt. Wir trafen Tiere, unter anderem einen anhänglichen Hund und unzählige aufdringliche Mücken, vor allem aber hilfsbereite und zuvorkommende Menschen, die uns bekochten und Schutz in einem Haus boten. Man kann sagen, es war Kultur pur.

Ein Eindruck folgte dem anderen, und so kam es, dass schon bald die dritte Woche begonnen hatte und wir das Abschlusslager in Eger erreichten. Endspurt. Es war höchste Zeit, alles sacken zu lassen und sich mit dem Fahrtenteam und den anderen Fahrtengruppen auszutauschen. Außerdem lieferten die letzten Tage für jeden Persönlich die perfekte Möglichkeit, vor der langen Busfahrt noch einmal ganz für sich seine Zeit zu nutzen und durchzuatmen, man war ja schließlich knapp 2 1/2 Wochen durchgängig mit der selben Gruppe unterwegs gewesen. Das Lager hatte hierfür viele tolle Dinge zu bieten. Zum einen war es mit Klos, Duschen und Trinkstellen ausgestattet, und zum anderen gab es coole Aktivitäten wie Batiken, Siebdrucken und Seifenrugby, für jeden war etwas dabei. Alles war liebevoll und durchdacht gestaltet. Die letzten Abende klangen mit großen Singerunden mit Keksen und Tschai aus und ganz zum Abschluss gab es sogar ein riesiges Lagerfeuer.

Am Morgen des Aufbruchs packten wir schließlich alles zusammen, bereiteten Proviant vor und warteten auf die Busse. Wieder brachte der Abschied gemischte Emotionen mit sich, einen Hauch von Wehmut und ein seltsames Kribbeln in den Fingerspitzen und im Bauch, aber auch eine riesige Vorfreude auf Zuhause. Schon waren wir auf dem Rückweg, fuhren zum letzten Mal durch Ungarns Dörfer und Städte, in Richtung Deutschland, wo es wieder normales Brot gab und wo unsere Familien und Freunde auf uns warteten. Das, was von so einer Fahrt übrig bleibt, sind unzählig viele Bilder, Erfahrungen und Eindrücke, durch die man stark wird und die man ewig im Herzen trägt.

Gut Pfad, Joana

Pfingstlager 2019

Dieses Jahr verbrachten wir, die Nord-AG, bestehend aus den beiden Kasseler Stämmen Wilhelm Busch und Artus und dem Immenhäuser Stamm Excalibur, erstmalig Pfingsten auf der schönen Freizeitanlage „Großes Loh“ in Immenhausen. Einige der Großen unter uns trafen sich bereits am Donnerstag, um die ersten Zelte aufzubauen. Umhüllt von Bäumen, Schutzhütte und Spielplatz errichteten wir unser kleines Lager in der Mitte auf der großen Wiese. Wie jedes Jahr hatte sich das Planungsteam auch dieses Jahr ein spannendes Thema für das Lager überlegt. Eine Zombieapokalypse hatte die Bürger Immenhausens und vieler anderer Orte der Welt heimgesucht. Es galt, sich zu schützen und die Zombies mit einem Gegenmittel zu heilen.

Richtig los ging es am Freitag am Bahnhof in Immenhausen, von wo aus alle drei Stämme gemeinsam ihren Weg zum Loh antraten. Die Spielgeschichte startete damit, dass uns zwei vorbeispazierende Zivilisten vor einem seltsamen Virus warnten und anschließend mitten auf dem Weg zwei Menschen in Ganzkörper Schutzkleidung eine dritte, scheinbar infizierte Person in einen Bus schleppten. Oben angekommen, wurden alle zunächst auf Virus-Symptome geprüft und mit Brausetabletten geimpft. Nachdem alle durch den „Check-Point“ durch waren, wurde ein großer Kreis gebildet und ein Mann im Kittel klärte über die eigenartige Situation auf.

Für den weiteren Verlauf des Abends ließen wir die Spielgeschichte erst einmal ruhen. Wir hatten aller Hand damit zu tun, die restlichen Zelte aufzubauen und einzurichten. Später beim Kochen fiel uns schließlich ordentlich die Decke auf dem Kopf. Es platzte aus Tonnen auf uns nieder und so waren wir sehr froh, dass wir uns alle in die Hütte flüchten konnten, die uns für die Tage als Küch diente. Außer ein paar nassen Zelten, Klamotten und Kindern trugen wir zum Glück keinen Schaden davon.

Der nächste Morgen begann mit ein paar richtig coolen AG’s. Ein großes Lagertor aus Stangen und ein Dreibein mit Hängematten wurden errichtet, es wurden Spiele gespielt, gebacken und gebastelt. Anschließend gab es Mittagessen und dann ein Geländespiel, in dem man sich Essenskisten für die nächste Mahlzeit erobern konnte. Abends fand ein verspielter Stufenabend statt und für einige stand danach noch eine Feierstunde an, bei der traditionell Halstücher verliehen und Sippen gegründet werden.

Der dritte Tag brachte wieder coole AG’s mit sich. Ob Kriegsbemalung, Batiken oder Prügelspiele – es war für jeden etwas dabei. Nach den AG’s war Zeit zum Kochen und Faulenzen. Das anschließende Geländespiel im Wald, das geplant und bereit zur Durchführung war, musste aufgrund eines Rehkitzes, das es sich genau in unserem ausgewählten Bereich gemütlich gemacht hatte, abgebrochen werden. So kam es, dass wir uns eine kurzfristige Alternative aus dem Ärmel zaubern mussten, die soweit sogar ziemlich gut verlief. Das Heilmittel gegen den Zombie-Virus war nun gefunden. Zur Feier des Tages gab es ein Fest mit verschiedenen leckeren Gerichten, bei dem ordentlich geschlemmt wurde. Für die, für die es am vorherigen Tag nicht auf dem Programm gestanden hatte, gab es nach dem Fest noch eine Feierstunde. Müde und erschöpft ging auch dieser Tag zuende.

Der Montagmorgen wurde mit Abbauen und Aufräumen verbracht. Mal wieder war es Zeit, mit der Vorfreude auf das nächste Lager Abschied zu nehmen.

Gut Pfad

Tanz in den Mai 2019

Auch dieses Jahr fand wieder traditionell vom 30.04. auf den 01.05. der Tanz in den Mai statt. Und das dieses Mal mit einer besonders hohen Teilnehmerzahl, denn neben unseren eigenen Stammesmitgliedern fanden auch viele der Stämme Artus und Wilhelm Busch ihren Weg zu uns.

Als alle Vorbereitungen getroffen waren, fand die Eröffnung mit einem ausgiebeigem Buffet statt. Zufrieden und sat setzten wir den Abend anschließen dmit Korbpolka fort. Als die Uhr Mitternacht schlug, kam es zum Höhepunkt unseres Festes, die Sprünge über das Feuer. Nachdem jeder mindestens einmal gesprungen war und die Flamme zu sinken begann, war es für einige an der Zeit, in die Zelte zu flüchten. Die Restlichen ließen das Event mit Gesang und reichlich Maibowle ausklingen.

Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück, welches aus den Resten vom abendlichen Buffet bestand, direkt ans Aufräumen. Dann hieß es schon wieder ab nach Hause und den fehlenden Schlaf nachholen.

Gut Pfad, Joana

 

Singerunden

Regelmäßig findet im idyllischen Beberbeck eine überbündische Singerunde der Nord-AG statt. Bei Tschai, Keksen und Kerzenschein sitzen wir gemeinsam zusammen und lassen den Abend mit Pfadfinderliedern ausklingen. Je größer die Teilnehmerzahl ist, desto atemberaubender ist der Klang und die Stimmung. Also, werde ein Teil unserer gemütlichen Runde und du wirst spüren, was Gemeinschaft und Wohlbefinden bedeutet!

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